Webdesign und Automatisierung

Thomas Bredenfeld zeigt, wie man alles aus Photoshop herausholen kann

Ich schätze die persönlichen Kapiteleinführungen des Autors und Sprechers, die bei den Videotrainings von Galileo immer vorhanden sind. Ein paar Minuten lang kann ich den Menschen sehen und hören, mit dem ich einige Stunden meines Lebens verbringen werde - und habe sofort einen persönlicheren Bezug zu ihm. Bei den DVDs von video2brain verzichtet man auf die visuelle Einführung. Die erste Lektion des ersten Kapitels beginnt scheinbar mitten im Sprint: »Beim Sreendesign haben wir streckenweise grundlegend andere Aufgaben als beim Einsatz von Photoshop als Bildbearbeitungswerkzeug oder als Werkzeug für den Fotografen«, etwas zu schnell und zu tonlos herunterglesen. Mir wird etwas mulmig, angesichts der Vorstellung, acht Stunden lang zuhören zu müssen. Ein Training kann inhaltlich noch so gelungen sein, ein Trainer noch so versiert sein, wenn seine Stimme mich nervt, hat das alles für mich keinen Sinn.

Im Falle dieses Videotrainings kann ich jedoch Entwarnung geben: Thomas Bredenfeld taut rasch auf, seine Stimme wird lebendiger, ab und zu wirft er sogar einen zynischen Kommentar ein, was man durchaus als Humor bewerten kann - und das ist neben der angenehmen Sprechweise ein weiteres Kriterium, das für mich zu einem gelungenen Videotraining dazugehört.

Der erste Teil des Videotrainings widmet sich dem Webdesign mit Photoshop. Gemeinsam entwerfen wir die (etwas eigenwillige) Webseite, die man auf der DVD-Hülle sehen kann. Wenn man mal den Geschmack beiseite lässt und nur die Grundarbeitsweisen berücksichtigt, habe ich hier eine ganze Menge gelernt. Er beginnt bei Null und erklärt erst einmal anschaulich, wieso man von Anfang an auf die Darstellungsweise des Standardbrowsers Internet Explorer Rücksicht nehmen sollte. Für mich ungewohnt aber zugegebenerweise sinnvoll ist es zum Beispiel, seinen Vorschlag zu beachten, den Browserrahmen während der Gestaltung in Photoshop auf einer Ebene im Hintergrund zu haben - um immer wieder einen Blick darauf werfen zu können, wie die Seite am Ende den meisten Benutzern gegenüber erscheint. Außerdem freut sich der unerfahrene Kunde über diese Betrachtungsweise. Eine weitere wertvolle Lektion ist die Funktionsweise der Ebenenkompositionen, dank derer sich der fertige Entwurf samt Unterseiten dem Kunden noch vor der weiteren Ausgabe voll funktionsfähig präsentieren lässt. Der erste Teil des Trainings schließt mit der Ausgabe an Dreamweaver ab - um nun in Richtung zeitgemäßes HTML und CSS zu gelangen, wäre aber wieder ein anderes Videotraining nötig.

Unerwartet interessant wird dieses Training ab dem zweiten Teil »Automatisierung«. Nun geht es darum im Arbeitsalltag ordentlich Zeit zu sparen: immer wiederkehrende Arbeitsschritte können dank dem herkömmlichen Stapelbefehl oder aber mit eigener Javascript-Programmierung ganz entschieden erleichtert werden. Wie das geht, erklärt Bredenfeld auch in diesem Kapitel fundiert und in einem Lerntempo, das jedem mit etwas Photoshop- und Webdesign-Erfahrung gerecht wird.

In den beiden letzten Teilen Photoshop Scripting mit Javascript und Fortgeschrittenes Scripting wurde mir zum ersten Mal wirklich bewusst, wie »mächtig« Adobe Photoshop tatsächlich ist, wie anpassungsfähig und vielseitig. Hier wird es dann schon deutlich anspruchsvoller, wenn es darum geht, mit Java Photohop unter Kontrolle zu bringen, eigene Funktionen und Interfaces zu entwickeln sowie Flash- und Flex-Elemente zu integrieren. Aber auch hier nimmt Thomas Bredenfeld auf die Tatsache Rücksicht, dass seine Zuhörer dies vermutlich zum ersten Mal versuchen - es gelingt ihm, diese Techniken trotz straffem Tempo verständlich und anfängergerecht darzustellen.

Im Laufe dieses Traings steigen sowohl Anspruch als auch Wissensreichtum. Bredenfeld selbst wird mir immer sympatischer, denn er fühlt sich beim Erläutern seines Fachgebiets, das er absolut beherrscht, hörbar wohl. Auf die absoluten Grundkenntnisse der Programme Adobe Illustrator, Dreamweaver und Photoshop nimmt Bredenfeld dabei verständlicherweise keine Rücksicht. Auch Javascript sollte man schon einmal gesehen und ausprobiert haben um dem Training ohne Unterbrechung folgen zu können. Zur entsprechenden Vorbereitung eignen sich zum Beispiel die Videotrainings Jetzt lerne ich Java 6 , Adobe Photoshop CS4 - Grundlagen, Adobe Illustrator CS4 und Adobe Dreamweaver.Zu allen Kapiteln sind auf der DVD Programme, Zusammenfassungen, Links und die verwendeten Skripte vorhanden.

Man darf sich von Thomas Bredenfeld schneller Sprechweise genauso wenig abschrecken lassen, wie von den gestalterisch fraglichen Beispielen auf der DVD-Hülle. Webdesign und Automatisierung ist ein wirklich gelungenes Videotraining, wenn man es ernsthaft durcharbeitet und die nötigen Vorkenntnisse mitbringt. Ich glaube, ich habe selten in so kurzer Zeit so viel Sinnvolles für meinen Arbeitsalltag gelernt.

Webdesign und Automatisierung
Veröffentlicht:

Gemacht mit

corazon

von Lene Saile