Zauberhaftes Feenland malen und zeichnen

Schritt für Schritt in eine geheimnisvolle Welt

Zauberhaftes Feenland malen und zeichnen

Mit 14 konnte ich mich so stundenlang beschäftigen: ich saß an meinem Schreibtisch und zeichnete hunderte Seiten Bleistift-Comics. Gelernt habe ich es durch Abmalen: Aufgeschlagen neben mir lagen Asterix-Comics oder die ersten Manga-Bände, aus denen ich mir Szenen heraussuchte und zu einer eigenen Geschichte zusammenzeichnete. Auf die Idee, mit breiter Auswahl an Zeichenbüchern eine Lücke im Buchmarkt zu schließen, kam man leider erst, als ich mich bereits anderen Beschäftigungen zugewandt hatte.

Zauberhaftes Feenland ist so ein Buch zum Abzeichnen. Hier findet man Feen und Einhörner in dramatischen Posen, Mutter Fliegenpilz, grimmig dreinblickende Trolle, Häuschen in Baumstämmen und sonstige Luftschlösser.

Die Autorin beschreibt Grundlagen und Arbeitsmaterialien, wie man mittels Raster Motive überträgt, Primärfarben mischt, Blickwinkel einfängt. Neben den vielen Bildern sind kurze Anleitungen, die oft schrullig sind (»In der Feenwelt gibt es viele Bäume, Pilze und andere Kreaturen […]. Sie können gehen, sprechen, lachen, Späße machen oder – vor allem Bäume – auch recht gemein sein.«)

Die Autorin Linda Ravenscroft hat nicht nur einen passenden Namen, sie lebt auch noch in einem »kleinen Häuschen« mit zahlriechen Haustieren und Familienanhang irgendwo an einem englischen Waldrand und man mag sich vorstellen, wie die Dame mit den karminroten Haaren durchs Unterholz streift, um sich neue Szenen für ihren Skizzenblock zu suchen.

Heute wie damals ist Ravencrofts Feenuniversum weder mein Malstil noch »meine Welt«: grazile Mädchen, Mäuse, Trolle, Pilze mit Lidschatten … das wirkt alles zu kitschig und süßlich auf mich. Aber wie gut es ist, dass sich heute jeder seine ganz individuelle Malvorlage vom Buchmarkt aussuchen kann.

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