Amsterdam

Reichlich Text, Spaziergänge und Adressen, Insidertipps, Kulturelles ...

Ich reise am liebsten in Großstädte, checke ein und hole meinen Reiseführer heraus: Wo kann ich jetzt was Günstiges, Gutes, Landestypisches essen?

An einen Reiseführer hat jeder andere Erwartungen: der eine möchte hauptsächlich Adressen zum Ausgehen, Shoppen und Übernachten, sortiert nach Preisklassen, ein anderer legt besonderen Wert auf die ausführliche Erklärung aller historischen Sehenswürdigkeiten, wieder ein anderer möchte neben knapp zusammengefassten Infos vor allem einen ausführlichen Stadtplan.

Der Reiseführer Amsterdam von Annette Krus-Bonazza werden Typ 1 und Typ 2 gut bedient: ausführliche Erklärungen zu Geschichte, Kultur und Kuriositäten Amsterdams, eine Auswahl an Adressen sind vorhanden. Wer diesen Reiseführer voll ausnutzen möchte, lässt sich auf einige der elf beschriebenen Spaziergänge ein, das Hauptmerkmal des Buchs: die Runde ist jeweils auf einer eigenen Karte eingezeichnet und führt direkt an den Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten vorbei, die an anderer Stelle beschrieben werden.

Wer hingegen gerne auf eigene Faust loszieht, hat es alleine mit diesem Buch schwer: zwar lässt sich der Umschlag vorne und hinten zu einer Übersichtskarte umklappen, dort sind aber nur die Hauptstraßen, Stadtteile bzw. die Linien des öffentlichen Verkehrs eingezeichnet. Wer sich in den kleinen Gassen zurechtfinden möchte, muss zu einer der Spaziergangskarten springen, in denen aber auch nicht alle Gassennamen verzeichnet sind. Ein detaillierter zusammenhängender Stadtplan, zumindest vom Zentrum, fehlt hier.

Im Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag kann man wunderbar schmökern: Geheimnisse und Eigenarten Amsterdams werden lebhaft erzählt, passend zum Viertel berichten Infokästen: erwartungsgemäß von der homosexuelle Szene und der Drogenkultur, auch Wirtschaftliches wie das Diamentengewerbe oder Politisches wie den Tod von Theo Van Gogh findet Platz. Hinten sind noch ein paar Seiten Sprachführer untergebracht – nicht die nützlichsten Sätze allerdings, statt einem wenig konkreten »Ik heb dorst«, mit dem der Kellner nichts anfangen kann, möchte ich doch lieber wissen, wie ich ein Bier bestelle.

Ein Reiseführer der mit vielen Insidertipps sowie Adressen von günstig bis nobel aufwartet, vor allem mit seinen Spaziergängen überzeugt. Nur einen ordentlichen Stadtplan muss man sich separat anschaffen.

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