Altbayrischer Festtags- und Brauchtumskalender

Wissen, wann die Geranien aufs Fensterbrett kommen

Altbayerischer Festtags-und Brauchtumskalender

Was macht man mit einem Altbayrischen Festtagskalender? Wenn man den Kalender nicht gerade zu Studienzwecken des bayrischen Volkes nutzen möchte, ist es hilfreich Altbayer sein, zumindest Bayer, also dort zu wohnen – die Feste wollen ja besucht werden.

Zum Beispiel die Passionsspiele in Oberammergau, die nur alle zehn Jahre stattfinden und bei der echte Männer ans Kreuz genagelt werden (vermutlich nicht wirklich). 2016 macht halb Oberammergau beim Spiel mit, man muss nur seit mindestens 20 Jahren Bürger sein. das ist Tradition seit 1633, als wirksames Mittel gegen die Pest.

Der Kalender ist ein Buch, von Januar bis Dezember sind neben den obligatorischen Kalenderblättern (mit Mondzeiten, Sä- und Pflanzenkalender, Holzschlagkalender und 100-jähriger Kalender) Artikel zu Tradition und Veranstaltungen, Bauernregeln, Rezepte (Zimtstrietzel etc.) und Hausmittel vorhanden.

Nachdem alle irdischen Gegenmaßnahmen versagt hatten, erflehten die verzweifelten Überlebenden die Hilfe des Himmels und verlobten sich am 27. Oktober 1633, die Passionstragödie alle 10 Jahre zu halten, und von dieser Zeit an ist kein Mensch mehr gestorben.

Nutzen Sie die Stiertage bei abnehmendem Mond, um Balkon- und Kübelpflanzen zu düngen, Wurzelgemüse zu säen und zu pflanzen oder Wühlmäuse zu bekämpfen.

Auch wenn er an den Oberammergauer Passionsspielen nicht als Darsteller teilnehmen darf: gerade auch für (neu) Zugezogenen ist der Kalender gold wert:  als Kultur- und Alltagsführer (“Wissen Sie was ein Schreiferl ist?” Damit meint man ein Schräuferl: eine kleine Schraube).

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