Adobe InDesign CS3 Videotraining

dpunkt und Galileo im Vergleich: Schnelligkeit vs. Sorgfalt, Dominanz vs. Dialekt

Indesign CS3: GalileoIndesign CS3: dpunktWenn ich ein Programm lernen möchte, greife ich zum Videotraining – für mich die effektivste Art des Lernens und Verstehens. Mit einem Videotraining für Indesign CS3 habe die (Qual der) Wahl zwischen drei Anbietern, von denen ich mir zwei ansehe: dpunkt und Galileo, die zwei sehr unterschiedliche Videotrainings auf dem Markt haben. Das fängt schon bei der Breite der DVD-Hülle an: mit 7 mm beschränkt sich dpunkt auf das Wesentliche: dem Einfassen einer DVD, während Galileo mit 24 mm einen Schmuckschuber und eine DVD-Hülle doppelter Breite für den selben Zweck (miss)braucht. Wohl weil es in der Buchhandlung besser ins Auge fällt. Ein Punkt für den Underdog dpunkt, der nicht auf Kompensation setzt. Den zweiten Pluspunkt gibt’s direkt hinterher, weil sich die DVD so wunderbar herauslösen lässt, während sich die Galileo-DVD schmerzvoll biegt.

Als kleinen Tribut lege ich dann auch zuerst die dpunkt-DVD ins Laufwerk. Es spricht ein Mann (nicht Gerhild Krauß-Kashani Zadeh, die als Autorin angegeben ist) mit sehr dominanter Stimme in tiefer Tonlage, die mich an die Stimme in Kriegsspielen erinnert, die Spielern ratschlagend zur Seite steht. Was nicht schlecht ist: viel schlimmer sind Sprecher, deren Stimme einschläfernd wirkt. Der Inhalt ist übersichtlich: die Übersicht lässt sich effektvoll anzeigen und umfasst nur zwei Projekt-Kapitel mit acht bis 12 Unterkapiteln. Das Training steigt unmittelbar ins erste Projekt »Der Flyer« ein. Das zweite Projekt befasst sich mit der Gestaltung eines Buchs. Das damit für ein Videotraining verhältnismäßig wenig Zeit in Anspruch genommen wird, wird auf dem Umschlag nicht verraten. Es sind »nur« 180 Minuten zu einem Preis von 34 Euro.

Dagegen wirbt Galileo für 39,90 Euro offenherzig mit »13 Stunden Spielzeit«, die sich auf 12 großzügige Kapitel verteilen (bevor ich diese aufzähle verweise ich zum Inhaltsverzeichnis). Ein schmales Handbuch bietet Starthilfe und einen Kapitelüberblick. Ein inzwischen liebgewonnenes Feature der Galileo-Trainigs ist die persönliche Einführung des Trainers, in voller Sitzgröße vor dem Galileo-Buchregal, ready to get started. Sympathisch sieht Markus Wäger aus: leger unrasiert, mit bedeutungsvollen Augen hinter der Brille. Aber Moment – wie spricht der: »Nau« statt »neu«, »Dadäi« statt »Datei«, »frrruher« statt »früher«. Anfangs ging mir besoners die seltsame Aussprache des »eu« gewaltig auf den Keks (»Laute«? Ach so, »Leute«!). Damit muss man also leben können (kann man auch), denn das geht jetzt die nächsten 13 Stunden so – in denen man (gefühlt) alles lernt, was InDesign kann. Inklusive dem interdisziplinären Austausch mit seinen Adobe-Kollegen Illustrator und Photoshop.

Während Galileo sehr umfangreich und sorgfältig vorgeht, ist das dpunkt Training intuitiver angelegt. So geht es direkt vom Starbildschirm zur Werkzeugleiste, ganz nach dem Motto: »iPlex Seminare sind der schnelle Einstieg in die Software«. Somit lassen sich die beiden Videotraings schon wegen ihres sehr unterschiedlichen Umfangs und Arbeitsziels (Schnelligkeit contra Sorgfalt) schwer miteinander vergleichen.
Wer einen raschen Eindruck von den Funktionen bekommen und zugleich ein erstes Projekt verwirklichen möchte – auch als Hilfe zur Kaufentescheidung für Indesign CS3 – greift am besten zum dpunkt-Produkt. In Punkto engagiertes Lernen ist das Galileo-Training klar im Vorteil, das mit dem »Live-Modus« eine gute Möglichkeit zum parallelen Lernen und Machen schafft und die Rohdateien sowie eine Demoversion des Programms mitbringt – alles Dinge, die das dpunkt-Training nicht vermag. Wer’s ausführlich liebt und ungewöhnlicher Aussprache gegenüber aufgeschlossen ist, für den ist Galileos Training somit ideal.

Schnell oder ausführlich?:
Der schnelle Überblick und Galileos Rundumintensiv-Training

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