Adobe Premiere Pro CC

Videotraining: Videos mit Premiere Pro CC schneiden, Titel und Effekte hinzufügen und den fertigen Film auf DVD, Mobilgeräten oder im Internet veröffentlichen

Adobe Premiere Pro CC Videotraining

Ich habe Premiere 2007 in der Version CS2 gelernt, und was ich davon mitgenommen habe wende ich bis heute an. Da ist mal eine Auffrischung nötig, und dass sich der Kurs hier an Anfänger richtet kommt mir entgegen – mein Ziel ist es schneller, sauberer und organisierter zu arbeiten, schlechte Angewohnheiten loszuwerden und natürlich Neues zu lernen.

Nicht nur Premiere hat sich in den letzten acht Jahren weiterentwickelt, auch die Videotrainings sind schicker geworden und im Gegensatz zu damals lässt sich das Programm-Fenster in der Größe anpassen. Dort, wo das Video zuletzt verlassen wurde, kann man auch wieder einsteigen, zumindest zu Beginn derselben Lektion. Ein blauer Kreis im Menü zeigt an, welche Kapitel voll durchgearbeitet wurden.

Ein paar grundlegende Computer-Kenntnisse werden vorausgesetzt, ansonsten ist das Training sehr (sehr) anfängergerecht und detailliert.

[…] und dann sehen Sie die Struktur der Übungs-DVD. Und hier finden Sie auch ganz oben bereits den Ordner mit Übungsmaterial. Markieren Sie ihn mit einem rechten Mausklick und wählen Sie dann Kopieren aus. Dann suchen Sie auf einer freien Festplatte Ihres Computers einen entsprechenden Platz […].

Jeder Schritt wird vorgemacht und kommentiert, und das ist ein Vorteil: es sind immerhin 13 Spielzeit, 95 Videos – da kann jeder, der mit dem Kopieren von Übungsmaterial keine Schwierigkeiten hat, diese sechs Minuten überspringen. Bei Videotrainings ist lieber etwas zu viel gesagt, sodass ganz sicher niemand auf dem Weg verloren geht.

Videotraining Premiere CCDarüber muss man sich hier keine Sorgen machen. Zu den Bedienungstasten (Play, Stop etc.) merkt Jörg Jovy an: „Diese Steuerung hier, die kennen Sie vielleicht von Ihrem Videorekorder oder auch von Ihrer Fernbedienung Ihres DVD-Players“. Kurz habe ich mir Sorgen gemacht, ob das alles nicht etwas zu sehr für Anfänger konzipiert ist – wer unsicher ist wie die Pause-Taste am Videorekorder aussieht, wird an Premiere keine Freude haben.
Aber ich weiß das noch, der erste Blick auf die Benutzeroberfläche von Premiere schüchtert ein – wenn man in dem komplizierten Konstrukt aus Blöcken mit Zahlen, Symbolen und Daten zumindest die Play-Taste als bekanntes Element ausmachen kann, besteht Hoffnung, dass auch der Rest irgendwann einen Sinn ergibt.

Auf das Inhaltsverzeichnis gehe ich nicht näher ein, ihr findet es komplett auf der Website des Rheinwerk Verlags (ehemals Galileo). Spannend fand ich u.a. das Kapitel „Videobänder digitalisieren“ – mit Liveaufnahme (da sitzt er, unser Trainer – in Liveaufnahme).

Jörg Jovy arbeitet sehr detailverliebt, das Übungsmaterial (Freunde mit Pferdeschlitten, ein Schreiner oder ein Zumba-Tanzkurs für Damen), das auf den ersten Blick an Heimvideos erinnert, wird für ein professionelles Ergebnis bearbeitet – etwa für eine Dokumentation oder einen Imagefilm.

Jörg Jovy wirkt als Trainer ruhig und nahbar, hat eine angenehme und akzentfreie Stimme (wenn man sein sympathisches „jetzert“ nicht mitzählt). Die Stimme ist sehr wichtig, denn wir müssen viele Stunden lang zuhören. Er drückt sich bis auf wenige Ausnahmen und Versprecher sehr schlüssig aus (die Ausnahme: „Der entscheidende Regler bei diesem Effekt ist der Radiusregler. Warum? Er hat am meisten Effekt.“)
Nur in den Einleitungskapiteln, wenn wir ihn vor weißer Fläche sehen, wirkt er ein bisschen marionettenhaft und nicht wirklich glücklich mit seiner Situation. Aber er ist ja normalerweise nicht der Darsteller, sondern derjenige, der die Kamera bedient.

Das Videotraining wurde 2013 veröffentlicht und befasst sich mit der damals aktuellen Version von Adobe Premiere Pro CC.
Inzwischen gibt es Premiere Pro CC in der Version 2015, was nicht nur optisch wesentlich schicker geworden ist, sondern auch einige Neuerungen und Veränderungen mitbringt – nicht jede Anweisung des Trainers kann ganz genauso ausgeführt werden, manche Menüpunkte heißen anders oder sind weggefallen. Wo Trainer Jörg Jovy für zukünftige Versionen Verbesserungswünsche äußert, sind diese womöglich schon umgesetzt, wie bei den Voreinstellungen zur Standarddauer der Audioüberblendung. Einige Benennungen haben sich geändert (die Zeit-Neuzuordnung heißt jetzt Zeit-Verzerrungen), aber das ergibt sich im Kontext. Beim Kapitel „Schnelle Bildkorrektur“ kam kurze Verwirrung auf, da sich auch bei den Fenstern der Farbkorrektur einiges verändert hat. Da hilft aber eine schnelle Google-Suche weiter.

Für mich war das Videotraining perfekt – es gibt vieles was ich nun besser und schneller machen kann.
Idealerweise hat man, wie auch der Trainer empfiehlt, zwei Monitore angeschlossen, sodass Premiere und Training auf je einem Bildschirm laufen. So kann alles simultan mitgemacht werden – die ruhigen Anweisungen von Trainer Jörg Jovy lassen das zu. Und natürlich kann ich Jörg Jovy, im Vergleich zu Live-Trainern wie in der Volkshochschule, jederzeit pausieren. Und die Lektion ist so oft wie gewünscht wiederholbar. Kapitel kann ich überspringen bzw. gezielt auf sie zugreifen, wenn ich – wie z.B. im Kapitel 4.8 – gerade eine Kommentator-Tonspur aufnehmen möchte oder ein Bild nachgeschärft werden muss.

Ist der Kurs durchgearbeitet lohnt es sich direkt zu den Online-Adobe-Tutorials wechseln, um einen Eindruck von allen neuen Funktionen der Version CC 2015 zu bekommen. Auch wenn sich bei den Tutorials bei Adobe und anderen Seiten wieder ganz neue Welten öffnen – es geht dort wesentlich schneller zu: ohne die geduldig erlernten Basiskenntnisse kommt da keine Freude auf. Darum: auch wenn Adobe Premiere schon wieder zwei Jahre Entwicklungszeit weiter ist, lohnt sich der Kurs als Grundlagentraining absolut.

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