Love Manga malen und zeichnen

Manga-Anatomie für die gezeichnete Liebesgeschichte - ob straight oder queer

"Super, wenn man sich seine eigene Liebesgeschichte zeichnen kann. Ich habe das vor zehn Jahren leidenschaftlich gern gemacht, meine Vorlagen habe ich dabei - ich erwähnte es bereits - aus den ersten Manga geholt, die damals gerade frisch den deutschen Markt eroberten. Heute kann der jugendliche Zeichner aus unzähligen Zeichenkursen für Manga-Figuren wählen - hier die Variante mit rosa Hintergrund und kitschiger Kuss-Szene auf dem Umschlag.

Verschlungen in engen Umarmungen, irgendwo zwischen dem unschuldigen ersten Kuss und eindeutigen erotischen Absichten, sind auf knapp 60 Seiten Vorlagen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen abgebildet. Wie für das »Shojo«-Genre (Manga für Mädchen) üblich, liegt der Fokus auf den Figuren und nicht auf der Umwelt, weshalb die Doppelseite Perspektive die einzige Lektion ist, die ein gezeichneten Hintergrundmotiv erklärt.

In den anderen Kapiteln wird die Darstellung von Kopf, Körperbau und Bewegungen gezeigt, und dann - es geht ja schließlich um die Liebe - wie man Blickkontakt zwischen den Figuren herstellt und einen ordentlichen Kuss malt. Immer mit dabei die diagonalen schwarzen Linien auf der Wange, die im Schwarz-Weiß der Manga für erregtes Erröten stehen.

Auch die gleichgeschlechtliche Liebe ist ein Kapitel wert. Etwas beschämt - vom Tonfall her eher an irritierte Eltern gerichtet - erklärt man: »Manga ist ein Comic-Genre, in dem auch die zärtliche Zuneigung zwischen Partnern gleichen Geschlechts - die in vielen anderen Bereichen noch immer ein Tabu ist - als Thema anerkannt ist.« Den Manga-Zeichnern der aktuellen Teenager-Generation hätte man das jedenfalls nicht so vorsichtig nahe bringen müssen. Für sie sind homoerotische Manga völlig selbstverständlich.

Love Manga malen und zeichnen
Veröffentlicht:
Autor:
Irene Fassnauer
Verlag:
Knaur Kreativ
isbn:
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