Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft | Das Referenzwerk in erschwinglicher Taschenbuchausgabe

Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft | de Gruyter Das Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft ist ein dreibändiges Begriffswörterbuch, das eine lexikalische Darstellung des literaturwissenschaftlichen Sprachgebrauchs anstrebt – der Begriff Realien steht hier für Sachbegriffe, im Kontrast zu Eigennamen als Personalien.
Nicht über das Wesen eines Begriffs wird informiert, sondern seit wann, wie und in welchem Sinn er unter Literaturwissenschaftlern in Gebrauch ist.

Jeder Artikel ist entsprechend eingeteilt, nach immer gleichem Schema: Zuerst eine Erklärung »Explikation« des Begriffs: wie der Begriff literaturwissenschaftlich verwendbar ist. Es folgt die Wortgeschichte. Die Begriffsgeschichte erläutert mögliche Veränderungen der literaturwissenschaftlichen Verwendung des Begriffs, die Sachgeschichte klärt, wie sich die vom Begriff bezeichnete Sache historisch entwickelt hat. Die Forschungsgeschichte schließlich enthält einen Überblick zu entscheidenden Positionen und Ergebnissen der Forschung.

Gleich zu Beginn meines Studiums habe ich mitgeteilt bekommen, dass »das heute wichtigste Sachlexikon der Literaturwissenschaft« das Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft sei. Es sei ein Referenzwerk, das diesen Rang auf nicht absehbare Zeit behalten werde – die Studenten sollen sich doch auf jeden Fall vornehmen, dieses Lexikon bei einem der nächsten Besuche in einer wissenschaftlichen Bibliothek anzusehen und den einen oder anderen Artikel darin zu lesen, um gleich zu Beginn des Studiums ein Gefühl dafür zu bekommen, »wie nützlich dieses Lexikon sein kann«.

Diesem Professoren-Urteil lässt sich eigentlich kaum noch etwas hinzufügen. Bis auf die Tatsache, dass man inzwischen nicht mehr unbedingt den Umweg zur wissenschaftlichen Bibliothek gehen muss: während die Anschaffung des Reallexikons in der gebundenen Ausgabe pro Band noch jeweils über 130 Euro kostete (und damit als Gesamtausgabe das Monatsauskommen eines Studenten), gibt es alle drei Bände mittlerweile als »Taschenbuch«-Ausgabe für zusammen 128 Euro. Die macht sich gut im Ikea-Regal.
Einen etwas stärkeren Buchrücken hätte ich mir trotzdem gewünscht: ein paar Mal aufgeschlagen und der Rücken ist voller Knicke, der Seitenschnitt verrutscht. Aber das muss man wohl so hinnehmen, wenn man 2/3 des Normalpreises einsparen will.

3 zum Preis von einem – und der Weg zur Bibliothek erübrigt sich

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