Lexikon der germanischen Mythologie

Rudolf Simeks germanische Mythologie und Religionsgeschichte. Verständlich, sorgsam und aktuell

Auch ein Buch, das auf der Liste steht, die ich mir als Literaturstudent anschaffen sollte. In ca. 1800 Artikeln wird die Welt der Germanen abgesteckt: Religion, Gestalten wie Riesen und Zwerge, die Vorstellung vom Entstehen der Welt, Tod, Magie, etc.
Der zeitliche Rahmen reicht von der Eisenzeit bis ins 11. Jahrhundert.

Die Artikel sind knapp und auf den Punkt, wo Begriffe noch nicht eindeutig definiert und ausdiskutiert sind, wird dies durch Fragen deutlich, wie beim Eintrag »Guma«: »(altnord.) heißt eine Riesin in den Thulur. Daß G. nur eine feminine Form von gumi »Mann« wäre, ist kaum überzeugend. Vielleicht also zu Gymir?« Wo es ein Begriff anbietet, sich tiefer einzuarbeiten, sind Literaturhinweise zu finden.

Rudolf Simek ist Professor für Ältere deutsche und skandinavische Literatur an der Uni Bonn. Sein Lexikon wurde 2006 in dritter Auflage aktualisiert, 22 Jahre nach der Ersterscheinung. Nicht ohne Stolz macht er auf die Übersetzung seines Werks in andere Sprachräume aufmerksam und regt angesichts neuer Erkenntnisse und Funde in der Archäologie zu mehr wissenschaftlicher Interdisziplinarität an.

Das Lexikon hat er um 150 Neueinträge im Literaturverzeichnis bereichert, Fehler ausgemerzt und Artikel hinzugefügt – vor allem aber habe er etliche Artikel grundlegend neubearbeitet, da sich sein Wissensstand nicht mehr mit ihnen vereinbaren ließ. Darauf sei auch der »deutlich größere Umfang« zurückzuführen.

Man merkt: hier handelt es sich um ein Lebenswerk von einem Autor, der es sorgfältig immer weiter ausgebaut und neu erworbenen Kenntnissen angepasst hat, mit offenem Ohr für Überlegungen aus allen Fachrichtungen. Genau die vorsichtige aber fundierte Quelle, auf die man sich stützen möchte.

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