Erfolgreich bewerben an Hochschulen

Auswahlgespräche, Persönlichkeits- und Bildungstests, Tests, Tests ...

Ich hab mich mal umgeschaut, was es so an Büchern gibt, die einem bei der Hochschulbewerbung helfen. Jetzt habe ich also das Buch hier gefunden, erschienen im März diesen Jahres, ziemlich neu und daher wohl up to date. Der Umschlag macht bereits einen hervorragenden Eindruck: hoffnungsvoll leuchtende Gelbflächen, harmonische Struktur. Vor allem das Kükenbild ist toll. Seht euch das verlorene Küken rechts an, verspottet und ausgegrenzt von den Küken mit Akademiker-Barett auf den Köpfen. Herzzerreißend, wie es einem in die Augen blickt! »Ich will auch ein Akademiker-Küken sein!«

Akademiker-Küken

Drinnen sieht es dann - für mich und meine Testangst - nicht mehr ganz so schön aus. Es hagelt Auswahlgespräche und Auswahltets, Persönlichkeits- und Allgemeinbildungstests, Tests des logisch-analytischen Denkens, den Kombi-Test schriftlich-mündlich und Begabungstests für Kunst, Musik, Sport und Medien. Ich kann sehen, wie sich mein isoliertes Küken immer weiter von den Akademiker-Küken entfernt.

Die Aufgabe dieses Buches ist es natürlich nicht seine Leser abzuschrecken, sondern sie fächerübergreifend auf die Studienbewerbung vorzubereiten:

»[W]ir möchten [...] all diejenigen unterstützen, die sich unliebsame Überraschungen beim Übergang von der Schule zum Studium ersparen und unnötige Wartezeiten oder Frustration [...] vermeiden möchten.«

Dabei geht es nicht um Fächer wie Germanistik, in die man ohne größere Schwierigkeiten »reinkommt«. Auf dem Plan stehen beliebte Fächer mit strenger Studienplatzbegrenzung, bei denen der Bewerber eine große Konkurenz zu erwarten hat, und natürlich die klassischen ZVS-Fächer Biologie, Medizin, Pharmazie, Psychologie, Tiermedizin und Zahnmedizin. Dem ZVS-Auswahlverfahren wird hier entsprechend viel Platz eingeräumt, die ersten 30 Seiten drehen sich fast ausschließlich darum. Dann werden die Berufsausbildung und Praktika als Auswahlkriterien besprochen, um anschließend die schriftliche Bewerbung gemeinsam mit dem Leser »optimal« zu gestalten. Wie Lebenslauf, Anschreiben und vor allem Motivationssschreiben aussehen, wird in mehreren Mustertexten ausreichend gezeigt.

Die nächste Hürde ist das Auswahlgespräch: wie läuft es ab, wie lassen sich »schwierige Fragen souverän meistern«? Standardfragen werden aufgezeigt, deren Intention enthüllt, und gute Beispiel-Antworten gegeben. Etwa in der Mitte des Buches (insg. 180 Seiten) beginnen die oben aufgezählten Tests. Zuerst kann man den Test ganz normal ausprobieren, anschließend folgt die Auswertung und einige Tipps. 60 Seiten später wird der Bewerbung für den Studeinplatz Medizin in einem eigenen kurzen Kapitel alle Aufmerksamkeit geschenkt. In den Überlegungen vor der Bewerbung werden die Fragen »Bin ich ein mündlicher oder ein schriftlicher Testtyp?« und »Sind Mehrfachbwerbungen sinnvoll?« besprochen. Speziell der Oberschüler erhält nun einen »Fahrplan von Stufe 12 zum Studienplatz«. Einen gelungenen Abschluss machen die kurzen Interviews mit Hochschullehrern zu Fächern, die den Ratgeber ohnehin dominieren: BWL, Biologie, Chemie, Informatik, Ingernieurwissenschaften, Rechtswissenschaft, Tier- und Zahnmedizin.

Gerade für Menschen mit Prüfungsangst ist jede zusätzliche Vorbereitung, jede wiederholte Erklärung von Frage-Intenionen und jeder Tipp zum Ausfüllen von Testbögen eine Erleichterung und ein sicherer Schritt Richtung Erfolg. Lediglich eine CD mit den Prüfungen fürs wiederholte Training hätte ich mir noch gewünscht. Mein isoliertes Küken hat aber dennoch allen Grund, hoffnungsvoll ins Hochschul-Auswahlverfahren zu starten.

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