Coaching. Erfolg im 21. Jahrhundert

Die Chefin ist zurück. Augenflimmern, Zeitensprünge und ausgeheiltes Führen

"Ich habe im vergangenen Juli das Buch Die Chefin von Sonja Becker rezensiert. Das brachte mir den Vorwurf der Autorin ein, die Buchkritik sei »eher abschreckend und leider kein Rückenwind für die Frauen von morgen«, außerdem »zu subjektiv und nicht der Wahrheit entsprechend«.Sonja Becker versprach daraufhin, mir eine überarbeitete Version des Buches zu schicken - welche leider dieselben Probleme aufwies. Auch das zweite Buch der Autorin habe ich erhalten. Der Umschlag von Coaching wirkt wie eine Negativaufnahme von Die Chefin: schwarz mit weißem Text, darauf eine Gruppe fröhlich posierender Menschen, ein Foto mit überhöhter Farbsättigung.

Es ist genauso dick und im selben Format wie Die Chefin, auch die Typografie stimmt überein - der kursive Satz als Markenzeichen? Etwas fetter ist der Text dieses Buches - vielleicht lag es auch am Druck - es flimmert jedenfalls wieder vor den Augen. Eines ist aber doch besser: die automatische Silbentrennung wurde diesmal aktiviert.

In Coaching befasst sich die Unternehmensberaterin - gemeinsam mit dem amerikanischen Co-Autor Martin Sage - mit ihrem Steckenpferd, dem Coaching.Sie schreiben in ihrer Einleitung:

»Martin Sage, Mentor und Meister der Neugier, und Sonja Becker, Mentorin und Anthropologin, wollen mit diesem Standardwerk wache Menschen ermutigen«

Ein paar Zeilen darunter:

Die FührerInnen von morgen, die tatsächlich Menschen bewegen wollen, sind die Leser und Anwender dieses Buches. An dieser Stelle soll ausgeheilt werden, was das Talent der Deutschen ist: Führen«

Denkwürdige Formulierung. Ich weiß nicht ob das da so stehen sollte.

Wo im Buch Die Chefin Jacqueline Kennedys Geschäftsidee die passende Einleitung darstellte, sind es hier die Musiker Charles Lloyd und Billy Higgins. Die Prämisse lautet: sei, wer du wirklich bist.

Ob das ein Standardwerk (Standardwerk: »bekanntes, bewährtes und maßgebendes Grundlagenwerk« / Brockhaus) ist, wie es die Autoren mehrfach angeben, will ich nicht beurteilen. Aber sicherlich schreiben hier zwei erfahrene Unternehmensberater und Personal Coaches. Sie wollen gerne zeigen, dass eine Welt und damit einhergehend Jobs und Chancen außerhalb der Grenzen Deutschlands warten, dass Unternehmen und Einzelpersonen nicht den Anschluss an die Globalisierung verlieren dürfen, dass sie sich mit Innovation und Veränderung zum Positiven umkrempeln können. Einiges Motivierendes und Inspirierendes - würde es nur nicht solche Kopfschmerzen bereiten, es zu lesen.

Coaching. Erfolg im 21. Jahrhundert
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Kommentar:
Über Aufschwung, Veränderung und Mut.
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