GIMP | die kostenlose Alternative zu Photoshop: einfach, effektiv und attraktiv erklärt und gestaltet

GIMP | Addison-WesleyMit dem Bildbearbeitungsprogramm GIMP kann man Falten wegretuschieren, rote Augen wieder blau machen, die Haar grün färben. Man kann Bildelemente für Webseiten gestalten – das Ebenensystem macht’s einfach. GIMP enthält viele und immer neu entwickelte Fotofilter, kann zahlreiche Bilddateien öffnen und speichern, auch Animationen sind möglich. Damit macht es der Profiversion von Photoshop ernstlich Konkurrenz, die in der aktuellen Standard-Version bei Amazon für rund 950 Euro zu haben ist. Die Studentenversion kostet zwar nur 1/5 des Preises – doch was in der Version entworfen wird, darf weder verkauft noch verschenkt werden.

GIMP hat zwei äußerst überzeugende Argumente auf seiner Seite: Erstens es ist kostenlos. Zweitens steht unter der GNU General Public License und ist somit nutzbar ohne jede Einschränkung – es kann beliebig kopiert und verändert werden und was man mit Hilfe von GIMP entworfen hat, kann man bedenkenlos verkaufen und verschenken. Eie große Community und unnzählige Entwickler arbeiten daran, GIMP immer effektiver zu machen. Zurecht dringt GIMP immer mehr ins Bewusstsein.

Mit der aktuellen Version 2.6 wurde die Benutzeroberfläche – einer der großen Kritikpunkte bei Vorgängerversionen – aufgeräumt und dem Aussehen von Photoshop angeglichen. Zwar kann GIMP weder mit der Eleganz und Unmittelbarkeit der Photosho-Oberfläche mithalten, noch die reibungslose Zusammenarbeit mit anderen Adobe Produkten der Creative Suite (wie Illustrator, Dreamweaver oder Flash) ermöglichen – es ist aber spätestens seit dem letzten Versionssprung absolut wert, gelernt zu werden.

Die GIMP-Trainerin Bettina Lechner lässt in ihrem Buch von der ersten Seite und der ersten Zeile an gar keine Lernunwilligkeit aufkommen.
Sie beginnt mit der Geschichte des Programms und führt anschließend detailliert und Schritt für Schritt in die Oberfläche, Werkzeuge und Befehle ein. Im Praxisteil werden gefragte Techniken eingeübt: Retusche, Panorama erstellen, Personen freistellen, Aufhellen, etc. Ein eigenes Kapitel ist dem Webdesign gewidmet, in dem auch der Entwurf einer Beispielwebseite gezeigt wird – die dabei auch noch wirklich gut aussieht.

Die Buchseiten sind im goldenen Schnitt in Text und Bilder bzw. Tipps aufgeteilt: meine Augen und meine Auffassungsgabe haben keinen Grund, sich überfordert zu fühlen. Bettina Lechner schreibt einfach aber bedeutungsvoll, ein bisschen wie im lockeren Zweigespräch mit dem Leser, wobei sie sich nie an strengen Lehrtextkonventionen hält:

Kapitel Wiederholen: »Mit dem Befehl Wiederholen machen Sie den zuletzt rückgängig gemachten Befehl wieder rückgängig … Alles klar?!? OK – ganz langsam: Sie haben einen schiefen Pinselstrich gezeichnet, den haben Sie mittels Bearbeiten > RÜCKGÄNGIG [Strg/Cltr+Z] gelöscht. Nun brauchen Sie die schoefen Pinselstrich wieder: Also wählen Sie BEARBEITEN > WIEDERHOLEN [Strg/Cltr+Y] (Diesen Befehl gibt es in fast allen Programmen. Warum der so heißt, habe ich ehrlich gesagt nie verstanden. Aus meiner Sicht sollte er DOCH NICHT RÜCKGÄNGIG heißen.)«

Dieser Absatz macht auch deutlich, dass mit diesem Buch Anfänger der Bildbearbeitung am glücklichsten werden. Bettina Lechner hat erfolgreich alles dafür getan, den Lerner nicht zu überfordern und kontinuierlich Lernerfolge zu erzielen.
Wer eigentlich schon vieles weiß, vielleicht dank fortgeschrittener Kenntnisse in Photoshop, bzw. es lieber ganz kostenlos hat, kann auch auf die GIMP-Online-Dokumentation zurückgreifen. Die Entscheidung für die Investition ins Buch ist aber gerechtfertigt: dank der sehr gelungenen Didaktik macht das Lernen wesentlich mehr Spaß.

Wirklich gute Einführung in GIMP!

1 Kommentar

  1. Genau das, was ich gesucht habe, danke!

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