Langenscheidt Praktische Grammatik Englisch | Langenscheidt VerlagPONS Grammatik komplett Englisch | PONS VerlagUm englische Grammatik zu lernen und zu üben gibt es neu auf dem Buchmarkt zwei Möglichkeiten, von PONS und von Langenscheidt. Beide Bücher richten sich an Anfänger der Sprache, erklären die Grammatikregeln und bieten passende Übungsaufgaben an.

Auf den ersten Blick würde die PONS-Variante ganz klar das Rennen bei der Kaufentscheidung machen. Es ist größer und fast doppelt so dick (400 zu 230 Seiten), als Sonderausgabe ist es preislich von 33,40 Euro auf 12,95 Euro heruntergesetzt (im Vergleich zu derzeit 15,95 Euro bei Langenscheidt). Neben dem Grammatikteil sind außerdem die Verbtabellen enthalten – und zu allem Überfluss ist auch noch eine mp3-CD mit Grammatikübungen beigelegt. Auch gestalterisch ist PONS der Vergleichssieger: das Schriftbild, Farben und Seitenaufteilung sind schlichter und eleganter geraten. Wie könnte man bei den schlagenden Argumenten der Langenscheidt-Variante überhaupt noch Beachtung schenken?

Ich schaue mir den Verlierer des ersten Eindrucks zuerst an. Langenscheidt legt besonderen Wert auf die Zuordnung des Sprachniveaus des Europäischen Referenzrahmens: nach dem Durcharbeiten des Buchs soll man die »wichtigen Grammatikthemen der Niveaustufen A1 bis B2« beherrschen können. Es richtet sich dabei sowohl an Anfänger wie auch an jene, die mit den Grundregeln bereits vertraut sind.
Jedes Kapitel beginnt mit einem kleinen Cartoon-Panel, einer »unterhaltsamen Illustration«, das exemplarisch die Grammatikform darstellt. Der Aufbau ist immer gleich: die Grammatikregel wird zunächst generell und dann detaillierter in Funktion, Form und Gebrauch erklärt und durch Beispiele verdeutlicht. Dabei ist stets gekennzeichnet, auf welchem Sprachniveau die Grammatikform generell behandelt wird, bzw. welche Ausnahmen und Erweiterungen innerhalb einer Grammatikform für welches Sprachniveau erforderlich sind: die Präpositionen zum Beispiel sind generell Gegenstand des Niveaus A1, spezielle Ausdrücke wie »in the vicinity of« wären laut Markierung aber erst mit dem Erreichen des Niveaus B2 zu erlernen. Direkt im Anschluss an die Erläuterungen folgt der Übungsteil. Hier steckt der Clou der Langenscheidt-Ausgabe: um dem Leser lästiges Nachhintenblättern auf der Suche nach den Lösungen zu ersparen, hängen diese als Klappseite direkt an der Übungsseite dran. Die Lösungen lassen sich während der Bearbeitung der Aufgaben jeweils zur anderen Seite umklappen. Vorteil dieser Methode ist, dass jedes Grammatikkapitel vollständig in sich abgeschlossen wird, was den ganzen Aufbau übersichtlich macht – beim Blättern und Seitensuchen stört allerdings die unregelmäßige Seitenstruktur.

Anders löst es PONS: hier ist die »übersichtliche Darstellung der aktuellen englischen Sprache in Nordamerika und Großbritannien« maßgebend. Die Erläuterungen, Übungen und Lösungen sind dabei sauber getrennt und an verschiedenen Orten zu finden. Das Buch teilt sich in die drei großen Teilbereiche Grammatik, Verbtabellen und Übungsgrammatik. Die Übungen werden kapitelweise mit einem Test abgeschlossen, die Lösungen aller Kapitel sind ganz hinten zu finden, vor einer alphabetischen Vokabelliste. Um von Erklärung zu Übung zu Lösung zu kommen, müssen also jeweils rund 100 Seiten übersprungen werden. Erschwerend kommt dazu, dass die Kapiteleinteilung und Namensgebung von Übungsaufgaben und Erklärungen nicht übereinstimmen.
Dass PONS mitten im Buch zusätzlich die Verbtabellen untergebracht hat, erspart mir zwar eine separate Anschaffung, zerhackt das Buch jedoch um ein weiteres Element und trägt zur Unübersichtlichkeit bei.

Auf den zweiten Blick ist der inhaltliche Aufbau von Langenscheidt also besser geraten. Im Reiter am oberen Blattrand ist außerdem durch die Nennung des Kapitelnamens schnell erkennbar, wo man sich beim Durchblättern gerade befindet. Beim PONS-Buch steht da spartanisch 150 Seiten lang nur »Grammatik« bzw. »Vertabellen« oder »Übungsgrammatik« – ohne Blick ins jeweilige Inhaltsverzeichnis sucht man lange. In Sachen Verständlichkeit der Erklärungen halten sich Langenscheidt und PONS die Waage. Die grundsätzliche Funktion des Personalpronomen erklärt PONS folgendermaßen: »die Personal Pronouns sind die normalen Fürwörter, also diejenigen, mit denen man von ich oder du redet oder von unbekannten Dritten«. Langenscheidt setzt dagegen: »Personalbogens stehen stellvertretend für Substantive, den man nicht wiederholen möchte. Die Substantive können Personen, Dinge oder Abstrakta sein«. Auch die Qualität der Übungsaufgaben erscheint mir gleichwertig.

Wem es nicht konkret auf eine Einteilung nach dem Europäischen Referenzrahmen oder das Vorhandensein einer Verbtabelle ankommt, entscheidet nach Vorliebe: die etwas unübersichtliche und zerhackte All-in-One-Variante (Grammatik, Verben, mp3-CD) mit elegantem Layout von PONS, oder doch lieber das kompakte, gut gegliederte aber rein grammatische Werk zum konzentrierten Lernen? Aus praktischen Gründen würde ich mich nach dieser genauen Betrachtung und trotz aller augenscheinlichen Einbußen für Langenscheidt entscheiden.

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Webdesign und Automatisierung | Addison-Wesley / Video2BrainIch schätze die persönlichen Kapiteleinführungen des Autors und Sprechers, die bei den Videotrainings von Galileo immer vorhanden sind. Ein paar Minuten lang kann ich den Menschen sehen und hören, mit dem ich einige Stunden meines Lebens verbringen werde – und habe sofort einen persönlicheren Bezug zu ihm. Bei den DVDs von video2brain verzichtet man auf die visuelle Einführung. Die erste Lektion des ersten Kapitels beginnt scheinbar mitten im Sprint: »Beim Sreendesign haben wir streckenweise grundlegend andere Aufgaben als beim Einsatz von Photoshop als Bildbearbeitungswerkzeug oder als Werkzeug für den Fotografen«, etwas zu schnell und zu tonlos herunterglesen. Mir wird etwas mulmig, angesichts der Vorstellung, acht Stunden lang zuhören zu müssen. Ein Training kann inhaltlich noch so gelungen sein, ein Trainer noch so versiert sein, wenn seine Stimme mich nervt, hat das alles für mich keinen Sinn.

Im Falle dieses Videotrainings kann ich jedoch Entwarnung geben: Thomas Bredenfeld taut rasch auf, seine Stimme wird lebendiger, ab und zu wirft er sogar einen zynischen Kommentar ein, was man durchaus als Humor bewerten kann – und das ist neben der angenehmen Sprechweise ein weiteres Kriterium, das für mich zu einem gelungenen Videotraining dazugehört.

Der erste Teil des Videotrainings widmet sich dem Webdesign mit Photoshop. Gemeinsam entwerfen wir die (etwas eigenwillige) Webseite, die man auf der DVD-Hülle sehen kann. Wenn man mal den Geschmack beiseite lässt und nur die Grundarbeitsweisen berücksichtigt, habe ich hier eine ganze Menge gelernt. Er beginnt bei Null und erklärt erst einmal anschaulich, wieso man von Anfang an auf die Darstellungsweise des Standardbrowsers Internet Explorer Rücksicht nehmen sollte. Für mich ungewohnt aber zugegebenerweise sinnvoll ist es zum Beispiel, seinen Vorschlag zu beachten, den Browserrahmen während der Gestaltung in Photoshop auf einer Ebene im Hintergrund zu haben – um immer wieder einen Blick darauf werfen zu können, wie die Seite am Ende den meisten Benutzern gegenüber erscheint. Außerdem freut sich der unerfahrene Kunde über diese Betrachtungsweise. Eine weitere wertvolle Lektion ist die Funktionsweise der Ebenenkompositionen, dank derer sich der fertige Entwurf samt Unterseiten dem Kunden noch vor der weiteren Ausgabe voll funktionsfähig präsentieren lässt.
Der erste Teil des Trainings schließt mit der Ausgabe an Dreamweaver ab – um nun in Richtung zeitgemäßes HTML und CSS zu gelangen, wäre aber wieder ein anderes Videotraining nötig.

Unerwartet interessant wird dieses Training ab dem zweiten Teil »Automatisierung«. Nun geht es darum im Arbeitsalltag ordentlich Zeit zu sparen: immer wiederkehrende Arbeitsschritte können dank dem herkömmlichen Stapelbefehl oder aber mit eigener Javascript-Programmierung ganz entschieden erleichtert werden. Wie das geht, erklärt Bredenfeld auch in diesem Kapitel fundiert und in einem Lerntempo, das jedem mit etwas Photoshop- und Webdesign-Erfahrung gerecht wird.

In den beiden letzten Teilen Photoshop Scripting mit Javascript und Fortgeschrittenes Scripting wurde mir zum ersten Mal wirklich bewusst, wie »mächtig« Adobe Photoshop tatsächlich ist, wie anpassungsfähig und vielseitig. Hier wird es dann schon deutlich anspruchsvoller, wenn es darum geht, mit Java Photohop unter Kontrolle zu bringen, eigene Funktionen und Interfaces zu entwickeln sowie Flash- und Flex-Elemente zu integrieren. Aber auch hier nimmt Thomas Bredenfeld auf die Tatsache Rücksicht, dass seine Zuhörer dies vermutlich zum ersten Mal versuchen – es gelingt ihm, diese Techniken trotz straffem Tempo verständlich und anfängergerecht darzustellen.

Im Laufe dieses Traings steigen sowohl Anspruch als auch Wissensreichtum. Bredenfeld selbst wird mir immer sympatischer, denn er fühlt sich beim Erläutern seines Fachgebiets, das er absolut beherrscht, hörbar wohl. Auf die absoluten Grundkenntnisse der Programme Adobe Illustrator, Dreamweaver und Photoshop nimmt Bredenfeld dabei verständlicherweise keine Rücksicht. Auch Javascript sollte man schon einmal gesehen und ausprobiert haben um dem Training ohne Unterbrechung folgen zu können. Zur entsprechenden Vorbereitung eignen sich zum Beispiel die Videotrainings Jetzt lerne ich Java 6 , Adobe Photoshop CS4 – Grundlagen, Adobe Illustrator CS4 und Adobe Dreamweaver.
Zu allen Kapiteln sind auf der DVD Programme, Zusammenfassungen, Links und die verwendeten Skripte vorhanden.

Man darf sich von Thomas Bredenfeld schneller Sprechweise genauso wenig abschrecken lassen, wie von den gestalterisch fraglichen Beispielen auf der DVD-Hülle. Webdesign und Automatisierung ist ein wirklich gelungenes Videotraining, wenn man es ernsthaft durcharbeitet und die nötigen Vorkenntnisse mitbringt. Ich glaube, ich habe selten in so kurzer Zeit so viel Sinnvolles für meinen Arbeitsalltag gelernt.

Erleichtert den Arbeitsalltag des Webdesigners ungemein

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