Weihnachten feiern wie früher | ThorbeckeWeihnachten ist Altstadt, Schnee und Weihnachtsmarkt, Orangenduft und Marzipan, Schlittenfahren, Baum schmücken, Familie und schenken. Das hat sich seit Jahren und Jahrhunderten nicht verändert. Drum sind die Bilder von Plätzchen naschenden Kindern, Weihnachtskugeln, tief weiß verschneiten Wälder, Eichhörnchen, Kerzen und traditionell geschmückten Weihnachtsbäumen, ein Stern obenauf und die Geschenke darunter, in Räumen mit Holzdecken, gar nicht so sehr früher sondern traditionsbewusst.

So lädt man im Beschreibungstext zur »Suche nach den verwunschenen Weihnachtsfesten unserer Kindheit und ihrem Zauber« ein. In weihnachtlichen Kapiteln wie Schenken, Schmücken oder Bräuche erzählt Gilla Brückner von Traditionen, darunter manchmal auch Triviales: »Oft muss der Vater den Nikolaus spielen. Er tut dies zuweilen auch, wenn die Kinder ihn erkennen, etwa anhand der väterlichen Stiefel. Im Kindergartenalter, der magischen Phase in der Kindesentwicklung, ist beides für Kinder auch durchaus vereinbar«.

Gilla Brückner ist Kunsthistorikerin, sie hat das historische Weihnachtsmuseum in Neustadt bei Coburg aufgebaut. In diesem Buch hat sie alles Erdenkliche zusammengetragen über das Feiern des Weihnachtsfestes damals und heute, wie die Geschenke unterm Baum ausgebreitet wurden und wann geschenkt wurde, wie die Krippe entstand, wie die Truthähne auf dem Markt verkauft wurden, wie man Dresdner Chrisstollen backt, und Weihnachtsschmuck bastelt (Im Buch liegt ein historischer Bastelbogen) oder nach welchen Prinzipien der Weihnachtsbaum auf traditionell christliche Weise geschmückt wird.

Geschenkt wird zur Weihnachtszeit seit urdenklichen Zeiten: Die alten Römer feierten zur Wintersonnenwende das Saturnalienfest mit kleinen Geschenken, meist Kerzen, und die Christen beschenken sich, weil sie sich zu Weihnachten von Gott beschenkt fühlen. Natürlich sind auch die Drei heiligen Könige leuchtende Vorbilder, die das Jesuskind mit Gold, Weihrauch und Myrrhe beschenkten.

Es sind Rezepte, Bastelanleitungen und Gedichte vorhanden, herrliche Bilder, umschlossen von einer detailverliebten, weihnachtlichen Typographie und Gestaltung, wie ich es vom Thorbecke-Verlag nicht anders kenne.

Das Buch zaubert ein nostalgisches, berührtes Lächeln aufs Gesicht – vorausgesetzt vielleicht, man hat dieses traditionelle Weihnachten in der »magischen Phase« so erlebt wie ich. Meinen Kindern möchte ich einst dieselben schönen Erlebnisse bieten, und auch dafür ist das Buch gedacht: zum Orientieren, Basteln, Backen und unvergessliche Weihnachtserinnerungen schaffen.

Zum Verschenken oder jedes Jahr selbst wieder hervorholen

Fensterbilder für Winter und Weihnachten | OZAdvent und Weihnachten, das sind Rituale, man liebt es oder vielleicht nicht, ich schätze dass hat ganz viel damit zu tun, wie man damit aufgewachsen ist. Bei mir gab es traditionelles Weihnachtsschmücken (der halbe Dachboden war mit Weihnachtstand vollgestellt), basteln, Plätzchen backen, am morgen des ersten Dezembers hingen auf wundersame Weise das Kinderzimmer voller Kalender mit verschneiten Weihnachtsmärkten (jedes Jahr ein neuer, der Rest als Wiederverwertung), geschmückt mit Tannennadeln und Lametta. Für mich sind Weihnachten und Advent eine Zeit voll von Erinnerungen an eine glückliche Kindheit.

Fröhliche Schlittschuhläufer und kecke Tiere begleiten Sie durch die Winterwelt. Sogar der freundliche Weihnachtsmann schaut schon einmal herein und der kleine Bär zaubert das köstlichste Gebäck.

Basteln: ein Teil der Adventszeit, ein Fragment glücklicher Erinnerung. Die Fensterbilder von Kerstin van der Lübbe sind dazu geeignet, Teil der Erinnerungen einer anderen Generation zu werden: die Motive (Mäuse, Bären, Engel und Schneemänner) sind niedlich, kindgerecht, die Erklärungen ganz klar und lückenlos und in der Mitte des Hefts sind die Vorlagen aller Motive zum Heraustrennen. Beim OZ-Verlag gibt es Bastelanleitungen auch online.

Und nächstes Jahr können die Bastelarbeiten vom letzten Jahr wieder herausgeholt und ans Fenster gehängt werden, als Wiederverwertung.

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