Der Brockhaus Mythologie | BrockhausDie Brockhaus-Themenlexika nebeneinander ins Bücherregal gestellt, das gibt ein schönes buntes Bild, nun ist die Farbe Lila dazugekommen und mit ihr das Themengebiet Mythologie: die Welt der Götter, Helden und Mythen.

Das sind 640 Seiten nach dem üblichen Prinzip der Reihe. Zwei Dutzend Überblicksartikel sind »lesefreundliche« Texte, die einen Eindruck der Mythologien verschiedener Völker und und Zeiten vermitteln, u.a. der Germanisch-Nordischen, Hebräisch-Jüdischen, Japanischen oder Mittel- und Südamerikanischen.

Ausgewählt aus dem Brockhaus-Stichwort-Archiv für das Themengebiet Mythologie wurden mythologische Figuren, Orte, Ereignisse, Geschichten, Gegenstände und Fabelwesen, rund 2500 Stichwörter. Die Stichwörter sind alphabetisch geordnet, dabei steht auch jeweils, aus welcher Volksmythologie der Begriff stammt. Infoboxen erzählen Hintergrundinfos: Krishnas Kindheit oder Iphigenie in der Literatur. Sie lassen sich ebenso wie die Überblicksartikel aus dem Inhaltsverzeichnis direkt anblättern.

Nanna, sumerische Mythologie: Mondgott, Sohn -> Enlils und Gemahl der Ningal, Vater des Utu und der Inanna; sein Hauptkultort war Ur.Nanna wurde v.a. wegen seiner Weisheit verehrt, auch war er für das Vergehen der Zeit zuständig. In der akkadischen Mythologie entspricht ihm der Gott Sin.
Nanna, germanisch-nordische Mythologie: Göttin, Frau des sterbenden Gottes Baldr. Sie starb aus Kummer über dessen durch Loki verschuldeten Tod.

Das Sachlexikon Mythologie teilt inhaltlich einiges mit dem Themenlexikon Religionen – die Gebiete sind verwandt, und Überschneidungen wird man auch in anderen Bänden wie Archäologie oder Philosophie finden können. Dabei stößt de Themenband Mythologie aber auch in neue Gebiete vor, die moderen Mythologie zum Beispiel, mit Fantasy und Science-Fiction.

Ich schlage gerne in den Themenlexika nach, wenn ich mir einen groben Eindruck von einem Begriff machen möchte. Die Bindung des Lexikons ist stabil, die Seiten sind attraktiv gestaltet, die Artikel typografisch übersichtlich aufbereitet und mit vielen Bildern versehen. Statt sich eine teure Gesamt-Enzyklopädie anzuschaffen, wählt man einfach sein persönliches Interessengebiet und hat alle Begriffe beieinander. Ein gutes Prinzip, das gilt auch für den neusten Ableger der Reihe.

Ärzte in der Antike | Philipp von ZabernWenn man sich fragt, was maneinem Arzt schenken soll, dessen private Interessen man  nicht kennt, dann liegt es nahe in den Buchhandel zu gehen und eines dieser Geschenkbücher zu kaufen, die nach Berufs- und Gesellschaftsgruppen geordnet Witze und Comics versammeln.  Ärzte besitzen vermutlich eine Sammlung von Büchern dieser Art.

Als ein bisschen kultivierter und tiefsinniger erweist sich, wenn man nicht nur den Beruf des Beschenkten berücksichtigt, sondern es auch eventuell gelingt, ihm damit eine Freude zu machen, sprich: ein hübsch gestaltetes, neugierig machendes Buch wie Ärzte in der Antike wählt.

Hier steht geschrieben wie Ärzte aus dem antiken Griechenland ihre Patienten behandelten, wie Heilkräfte in Rom ausgebildet wurden, wie man die Krankheit Epilepsie betrachtete und Zähne ohne Betäubungsspritze zog – und dem Patienten stattdessen eine Mundspülung aus Fünffingerkraut in verdünntem Wein, Bilsenkrautwürzel in verdünntem Wein und etwas Salz reichte.

Das Durchblättern ist vielversprechend. Zurückhaltend gestaltet, mit blassgrüner und grauer Farbe unterlegt, zweispaltigem Text und einigen ganzseitigen Abbildungen. Der Text ist sachlich geschrieben, in kurzen Sätzen, die etwas stichpunktartig klingen.

Gerade bei Gebärmuttererkrankungen empfahlen die griechischen Ärzte eine Beräucherung der Patientin mit wohlriechenden oder auch stinkenden Stoffen von unten, manchmal auch durch die Nase. Bei einigen Erkrankungen sollte der Rauch mittels eines Schlauches in die Vagina geleitet werden. Durch eine Beräucherung des Unterleibs meinten die Ärzte auch feststellen zu können, ob eine Frau schwanger werden konnte oder nicht.

Die studierte Archäologin Heike Achner portraitiert antike Ärzte und beschreibt Heilmethoden, interessant, ob man das Buch nun als Arzt oder Patient liest. Hypomed.at schreibt übrigens in einer Rezension des Buchs: »Ein Band nicht nur für Ärzte und Patienten«. Gehört man nicht zwangsläufig immer einer der beiden Zielgruppen an?