Spielend programmieren lernen mit C# und AntMeLiebenswert, wie er da sitzt, mit seinen fünf Ameisenstofftieren, zwei grünen Äpfeln und Zuckerstückchen, und die Ameisen über den Schreibtisch schiebt, am Rand abprallen lässt (“Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel”) und sie in einem “Riechradius” von 50 Ameisenschritten Futterquellen suchen lässt.

Wie er dann die Ameise, mit Zuckerstück in den Stoffarmen, über den Tisch zurück zum Bau befördert ist bezeichnend für das ganze Training – Dominik Bösl erklärt detailliert jeden Schritt und jede Möglichkeit, und sei es das Klicken des “roten Kreuzes rechts oben” um ein Fenster zu schließen, oder “mit der linken Maustaste per Doppellklick” einen Ordner zu öffnen.

Sieben Stunden und mehr höre ich Dominik Kösel zu, deshalb ist es wichtig, dass ich meinem Trainer auch gerne zuhöre und irgendwie mag. Dominik Kösels Stimme ist angenehm zu hören, auch wenn er sich öfter verhaspelt und gerne den furchtbaren Ausdruck “im Endeffekt” verwendet.

Wenn es spontan klingen soll – wobei spontane Einfälle natürlich auch im Drehbuch stehen – dann hört sich das so an: “Ach! Wissen Sie was, probieren wir das einfach mal aus” oder: “Oh! Haben Sie das gesehen?” Dominik Kösel ist als Trainer sympathisch, nervt mich manchmal nur ein bisschen, mit seiner kindgerechten förmlichen Sprache. Mit den Stunden und zunehmendem Schwierigkeitsgrad bessert sich das aber deutlich.

Die Ameise geht zum Zucker, nimmt auch ein Stück Zucker, aber … ach! Das wird sicher nur ein kleiner Fehler sein. Lassen Sie uns weitersehen. Die nächste Ameise, noch eine, immer mehr Ameisen laufen zum Zucker und nehmen ein Zuckerstück. Irgendetwas ist seltsam, fällt Ihnen das auch auf? Irgendetwas stimmt hier nicht. Die Ameisen nehmen den Zucker aber sie gehen nicht zurück zum Bau. Dabei hatten wir ihnen doch extra gesagt sie sollten zurück gehen! Finden Sie das nicht auch seltsam?

Tatsächlich lehrt dieses Videotraining Einsteigern die Basis einer komplexen Programmiersprache. Mit Hilfe des Spielprinzips von Antme gelingt es, den Respekt vor all den abstrakten Code-Befehlen zu nehmen. Es startet simpel, jeder Schritt wird parallel selbst ausprobiert und erklärt sich so, und wenn es komplexer wird dann steigt tatsächlich auch die Motivation mit den Ameisenherden möglichst viele Punkte zu machen (Inhaltsverzeichnis). Und am Ende steht fest: Programmieren lernen ist gar nicht so schwer – gründet sich ja alles auf Logik.

CSS in der Praxis | GalileoEin Videotraining ist günstig, beliebig oft wiederholbar, und wann eine Lektion endet, entscheidet man selbst. Es hat im Vergleich zu etwa einem Volkshochschulkurs aber zwei klare Nachteile: es gibt keine “Mitschüler”, mit denen man nach einem langen Volkshochschultag ein Bier trinken kann um das Gelernte nochmal zu rekapitulieren und die Kompetenz des Lehrer zu diskutieren, und es gibt grundsätzlich keinen Lehrer, den man unterbrechen kann um nachzuhaken.

Unterbrechen kann man Trainer Bernhard Stockmann, dafür ist der Pause-Button da, aber antworten wird er nicht. Er hat somit den Anspruch zu erfüllen, seine Schüler derart durch das Thema CSS zu leiten, dass diese alles wunsch- und fragenlos verstehen. Er darf außerdem nicht hektisch werden, sollte eine angenehme Stimme haben, und seine Theorie immer mit einem praktischen Beispiel verdeutlichen. Macht er auch. Er spricht mit leichtem österreichischem Akzent (weshalb er zum Beispiel statt “body” eher “buddy” sagt), ruhig und mit Pausen im Satz, eine angenehme Stimme.

Und beispielsweise könnt’ ich jetzt hier … im buddy … einen Hintergrund oder eine Hintergrundfarbe vergeben … einfach mal testweise so ein dunkles Grau … und dann schauen wir uns mal an, ob das hier funktioniert hat.

Das Videotaining dauert elf Stunden. Das erste Kapitel nimmt eine Stunde in Anspruch und erklärt die Grundlagen des CSS  -  ein Dummytext, der durch verschiedene CSS-Modifikationen fett oder rot gemacht wird. Es ist eine klare aber kurze Einführung, die am Ende auch auf Kind- und Nachbar-Selektoren und Pseudoklassen eingeht. Es folgen Kapitel zu Typographie, Layout und Navigation, mit vielen Tipps, natürlich durch Beispiele belegt.

Und dann macht das Training seinem Namen alle Ehre – dass ein Videotraining zur Webentwicklung am Ende ein Beispielprojekt umsetzt ist zu erwarten, Bernhard Stockmann setzt aber gleich drei Websites mit uns um: die Praxis-Workshops “Präsentations-Website”, “Firmenwebsite” und eine “komplexe Portal-Website”. So richtig attraktiv sind die nicht, aber sauber und modern deklariert – eigene Designvorstellungen kann man mit der gelernten Technik problemlos umsetzten.

Es geht weiter: eine Blog-Website mit dem CSS WordPress anpassen, Barrierefreie Webseiten gestalten, Websites für mobile Endgeräte, Animationen mit JavaScript-Bibliotheken und schließlich “CSS3 – Die Zukunft im Blick” (Komplettes Inhaltsverzeichnis und Kostenlose Probelektionen).

Ich kann nicht sagen, ob Anfänger, die noch nie mit dem Quelltext von Webseiten in Kontakt kamen, auch spontan mit diesem Videotraining klar kommen würden, ich schätze aber, wer eine DVD namens “CSS in der Praxis” kauft, der weiß schon was er möchte. Auch als erfahrener Webentwickler ist es unvermeidlich, sich nicht nur täglich fortzubilden (zum Beispiel anhand der Blogs anderer Programmierer und Designer), sondern auch immer wieder die Grundlagen zu wiederholen. Dafür ist dieses Videotraining wunderbar geeignet – ich habe mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt.