Exposee, Treatment und KonzeptAls Fernsehzuschauer frage ich mich öfter, wie es solche Gurken geschafft haben durch den steinigen Prozess zu kommen, den Drehbuchideen bis zu ihrer filmischen Umsetzung bewältigen müssen. Gibt es dafür tatsächlich eine entsprechend große Zielgruppe, sodass die Grundidee in Form des Exposees im Sender Anklang fand, ein Treatment in Auftrag gegeben, u.U. ein Konzept ausgearbeitet, schließlich das komplette Drehbuch geschrieben, die Marketingmaschinerie in Bewegung gesetzt wurde, Titel und Idee rechtlich geschützt, Logos und Schriftzüge produziert, Kulissen gebaut und hunderte Crewmitglieder bezahlt wurden?

Diesen Weg nämlich geht ein Drehbuch, bevor das Resultat bis zu zwei Jahre später im Fernsehen oder Kino zu sehen ist, eine halbe bis anderthalb Stunden Unterhaltung (oder auch nicht), ein Produkt monate- und jahrelanger Arbeit. Der Anfang ist ähnlich wie beim herkömmlich verlegten Buch. Meist ungefragt wird das Drehbuch zu einer Produktionsfirma gesandt. Diese feilt dann, falls der Stoff was taugt, gemeinsam mit dem Autor am Exposee. Und wenn alles gut geht, folgt die oben beschriebene Prozedur. Damit’s klappt, sollten die Handgriffe von der Darstellung der ersten Idee übers Exposee bis zum Konzept (falls es um eine Serie geht) sitzen.

Fürs Drehbuchschreiben gibt es zahlreiche Veröffentlichungen. Nicht so für die (jedenfalls für die meisten Drehbuchautoren) obligatorischen Vorstufen. Dennis Eick hat diese Aufgabe übernommen und zeigt (vor allem Einsteigern) Form, Stil, Präsentation usw. von Exposee, Treatment und Konzept. Es bleibt nicht bei der Theorie: Die drei Hauptkapitel werden jeweils mit einem Beispiel abgeschlossen, so etwa das Original-Treatment des Films “Napola” und das Exposee zu “Lola rennt”. Zum schnellen Nachschlagen ist stichwortartig zusammengetragen was das jeweilige Schriftstück beinhalten muss.

Spannend und pragmatisch geschrieben – wie für Drehbuchautoren üblich – mit vielen Hinweisen und Links versehen, ist dieses Buch eine unverzichtbare Lektüre für alle die es ernst meinen und realistisch sind.

So erreicht mein Drehbuch den Zuschauer!

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Shoujo-Manga für EinsteigerDie Umschlagabbildung ist schon toll gewählt. Ich weiß gar nicht, welche der beiden Manga-Schönheiten reizender ist, die schüchterne Brünette mit ihren Reflexionen im Haar, oder die strahlend Blonde mit dem lebendigen Augenaufschlag. Vor zehn Jahren, als Manga und Anime in Deutschland noch am Anfang ihrer Erfolgs standen, ich jedoch genau im Zielgruppenalter war, gab es sowas leider noch nicht. Das hole ich jetzt nach.

Auf 70 Seiten werden die Grundlagen des Zeichnens vom “Shoujo-Manga”, übersetzt “Mädchen-Manga”, erklärt. Im Shoujo-Manga dreht sich alles um hübsche junge Mädchen, die, egal in welchem Jahrhundert oder welcher Fantasiewelt sie sich befinden mögen, alle mit einem Thema konfrontiert werden: der ersten Liebe. Für junge kreative Mädchen, die solche Manga nicht nur gerne lesen, sondern auch darauf brennen ihre eigenen Geschichten zu verwirklichen, ist dieses Buch ideal.

Dass das nämlich gar nicht so schwer ist, beweist Sarah Mayer, indem sie vor allem Mädchen aber auch Jungen schrittweise zeichnet (zu vielen Figuren auch einen “Proportionen-Dummy”). Wichtige Elemente sind natürlich die Haare, die auch mal rosa oder grün sein dürfen, und die Augen, die bei Manga sehr groß sind. Auch so grundlegende Details wie die Darstellung küssender Pärchen fehlt nicht. Körper werden in verschiedenen Bewegungen und Haltungen dargestellt und ganz schwierige Themen wie Hände zeichnen und Faltenwurf finden auch Erwähnung. Besonders toll: Die Kolorierung wird mit Buntstiften vorgenommen und nicht etwa mit teuren und schwierigen Programmen am PC. Der Einsatz von Rasterfolie wird erwähnt und wo man zusätzliches Zeichenmaterial herbekommt.

Im ganzen Buch geht es bunt und frech zu, und nicht immer ganz makellos, denn auch Sarah Mayers Figuren haben ihre sympathischen Schönheitsfehler. Und das ist gut so, denn nichts ist schlimmer, als gleich zu Beginn mit perfekten, detailreichen Profi-Zeichnungen konfrontiert zu werden. Ein Buch zum abmalen und abpausen, denn so lernt es sich am besten. Super gemacht!

Toller Einstieg für Manga-ZeichnerInnen!

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