Als Student, das ist nunmal so, muss man sehr viel schreiben und lesen. Unzählige Male ruht der Blick auf dem erwartungsvoll blinken Cursor, die Hände schweben – bereit, entsprechende Befehle vom Sprachzentrum zu erhalten – über der Tastatur. Und der Druck, die Arbeit fristgerecht abzuliefern, macht die Sache auch nicht besser. Wie gesagt: viel schreiben und lesen. Da kommt es auf ein Buch mehr auch nicht an.
Otto Kruse schreibt in seinem Buch Keine Angst vor dem leeren Blatt, dass es völlig normal ist, trotz Abitur nicht zu wissen, wie man adäquate wissenschaftliche Texte schreibt. In den Köpfen vieler sitzt zudem die Vorstellung fest, dass das Schreiben eine Art angeborene Fähigkeit ist, die man kann oder eben nicht. Drum beschäftigt sich dieses Buch mit beiden Problemen: der Überwindung von Schreibblockaden und vor allem den Richtlinien und der Umsetzung des wissenschaftlichen Schreibens.
Konkret sieht das so aus, dass der Leser langsam an die Materie herangeführt wird, mit störrischen Fragen wie: Warum schreibt man im Studium? um dann eine optimale Schreibsituation herzustellen, den Prozess zu planen, Strategien auszuarbeiten und schließlich die nötige Motivation zu finden, um die Hände aus der Schwebe runter auf die Tasten zu befördern. Ein Kapitel befasst such mit den Genres: hier werden die verschiedenen Textarten des Studiums (u.a. Exzerpt, Seminararbeit, Laborbericht und Handout) grob in Form und Regeln umrissen. Weitere Themen sind das Schreiben in fremden Sprachen, das Veröffentlichen eines Textes sowie das Verhindern (oder bei Nichtverhindern die Konsequenzen) vom Plagiieren, Verfälschen und Erfinden.
Bei einem Autor mit Berufsbezeichnung »Diplom-Psychologe« ist es nicht verwunderlich, dass auch die Sprache und mitunter die Tipps einen »psychologischen Klang« haben. Quasi ein wissenschaftlicher Rategber für wissenschaftliches Schreiben. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – gelingt es Otto Kruse, die Angst vor dem blinkenden Cursor auf weißem Untergrund zu nehmen: dank der »Entzauberung« des Schreibens als handwerkliche Tätigkeit nebst straffer Organisation, Planung und dem nötigen Schuss Motivation.



