Der die was | Unser deutscher Sprachalltag von außen betrachtet. Ein Amerikaner im Sprachlabyrinth

Der die wasDeutsche Sprache, schwere Sprache. Für mich ist das nicht nur ein hohler Aphorismus – ich habe zwei Jahre lang miterlebt, wie jemand von 0 auf 100 die deutsche Sprache lernt. Habe entsetzt festgestellt, wie unglaublich schwer diese Sprache ist: allein die drei Artikel, die meist ohne ein nachvollziehbares System zu ihren Substantiven gehören.

Oder Dutzende unterschiedliche Vorsilben zum selben Verb, die allesamt eine unterschiedliche Bedeutung haben: umgehen, vergehen, angehen. Ach, ich könnte noch viele Beispiele nennen. Statt dessen lese ich aber lieber, was der Amerikaner David Bergmann für Erfahrungen gemacht hat.

Bergmann wurde in den USA geboren. Mit dieser Grundlage erzählt er, wie er überhaupt dazu gekommen ist, diese exotische Sprache zu lernen.
Sein Nachname lässt schon erkennen, dass er deutsche Vorfahren hat – bereits seine frühe Biografie ist voll von zahlreichen positiven und weniger positiven deutschen Erlebnissen, die ihn jedoch immer sicherer werden lassen, »dass es irre wäre, Deutsch zu können.« Neben hübschen deutschen Austauschschülerinnen, ebenso deutschen wie herzlosen (und damit coolen) Hollywood-Killern und der Rockgruppe The Scorpions hatte auch die Affinität zu unseren »niedlichen« Umlauten ihren Anteil daran, dass Bergmann die Sprache ernsthaft gelernt hat und ich heute dieses Buch in der Hand halte.

Herrlich, wie er als (ehemaliger – lebenslanger?) Deutschlernender die Sprache betrachtet, sich an seltsamen Redewendungen ergötzt, in seinen Anekdoten kein sprachliches Fettnäpfchen auslässt und stets die rücksichtslose aber liebenswerte Kompliziertheit der deutschen Sprache umschmeichelt. Dies macht er nicht in strenger Listen- und Stichwortform, sondern innerhalb einer fröhlich erzählten Autobiografie. Das einzige was mir an diesem Buch nicht gefällt, ist die Umschlaggestaltung. Was ist das? Ein zerkratztes Straßenbahnfenster? Es wird dem Esprit des Buches absolut nicht gerecht.

Zum Amüsieren und Nachempfinden

1 Kommentar

  1. Irwin L. "Hoogy" Hoogheem 30. Mai 2012

    I took German some years ago…h
    ome town speaks „low Deutch“ as they’re mostly from northern part of the Netherlands…I am wondering if this a place for me to start ?

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